Wieso sollte ich für Bäume in meiner­ Nachbarschaft kämpfen? Was bringt es mir?

  • Wer Bäume und andere Pflanzen schützt, schützt sich selber. Sie sind lebenswichtig für ein gesundes Klima. 


  • Dass wir auf der Erde leben können, verdanken wir dem Sauerstoffanteil, der primär durch die Photosynthese von Pflanzen produziert wird. 


  • Ein Baum ist Sauerstoffproduzent, Luftreiniger, Klimaschützer, Klima­anlage, Luftbefeuchter, Schatten­spender, Windschutz, Wasserspeicher, Bodenerhalter, er bietet Nahrung und Lebensraum für Tiere und hat eine sehr positive Wirkung auf unsere Psyche und Gesundheit – ein bewundernswertes Multitalent. Je älter, desto leistungsstärker und wertvoller.

Was genau tut so ein Baum eigentlich alles für mich und meinen Lebensraum?

Sauerstoffproduzent

Wie viel Sauerstoff ein Baum produziert, hängt von seiner Art, seiner Holzdichte und seinem Alter ab. Nadelbäume produzieren mehr Sauerstoff als Laubbäume, letztere stellen im Winter die Sauerstoffproduktion ein. 

Luftreiniger

Bäume in der Nachbarschaft wirken sich auf die Luftqualität und damit auf die Gesundheit der Anwohner aus. Sie filtern Staub, Feinstaub und andere Partikel wie Ruß, Bakterien oder Pilzsporen aus der Luft. 

Klimaschützer

Bäume bremsen den Klimawandel. So lange sie leben entziehen Bäume der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid (CO2), das für den Klimawandel mitverantwortlich ist, und speichern es – sie brauchen es zum Wachstum. Ein Baum speichert pro Kubikmeter Holz eine Tonne CO2. Laubbäume können mehr CO2 verwerten, als Nadelbäume. Verrottet ein Baum in freier Natur oder wird er verbrannt, wird das CO2 wieder freigesetzt. Wird er als Bauholz verwendet, bleibt das CO2 gebunden. Auch weitere Treibhausgase wie Kohlenmonoxid oder Schwefeldioxid nehmen Bäume auf.

Klimaanlage, Luftbefeuchter & Schattenspender

Die Sommer werden immer heißer. Das gilt sowohl für die Jahresmitteltemperatur als auch für die Zunahme der Anzahl extrem heißer Tage und ihrer Dauer. In Städten liegt die Temperatur durch hohe Baudichte, moderne Baumaterialien, Flächenversiegelung und beim Energieverbrauch entstehende Abwärme nochmals höher, als im Umland. Städte heizen sich stärker auf und kühlen in der Nacht weniger ab (städtischer Wärmeinseleffekt). Ein Mangel an Grünflächen in der Stadt führt zusätzlich dazu, dass weniger Wasser verdunstet wird und es den Wärmeinseln damit an Abkühlung fehlt. 

Ein Baum alleine kann eine Kühlleistung von 20 bis 30 Kilowatt erbringen, was in etwa so leistungsstark ist, wie 10 Klimaanlagen und einer gefühlten Temperaturdifferenz von 10-15 Grad entspricht (Universität Wageningen, Niederlande). Je größer die Baumkrone und die Blattfläche, desto größer die Kühlwirkung. Und dieser Kühleffekt ist nicht nur in unmittelbarer Nähe des Baumes spürbar, sondern erreicht auch noch umliegende Areale. Baumgruppen und alte, große Bäume bewirken durch ihre größere Masse natürlich einen erheblich größeren Effekt. 

Der Schatten eines Baumes ist kühler als andere Schatten. Ein Sonnenschirm zum Beispiel schützt nur vor der Sonneneinstrahlung – ein Baum hingegen entzieht seiner Umgebung zusätzlich auch Wärme. Die kalte Luft, die in seiner Krone durch Verdunstung entsteht, ist schwerer als die warme Luft am Boden. Sie sinkt ab und kühlt die warme Bodenluft. 

Wasserspeicher

Starkregen nach Hitzewellen nehmen zu. Auf betonierten und anderen versiegelten Flächen sammelt sich das Wasser. Die Wassermassen überschreiten dann schnell die Kapazitäten der Kanalisation und führen zu überfüllten Flüssen, also zu Hochwasser. Bäume und Grünflächen hingegen nehmen das Wasser auf und speichern einen Teil, womit sie die Kanalisation entlasten und zum Hochwasserschutz beitragen. Ein zwanzig Jahre alter Laubbaum kann pro Jahr 70.000 Liter Wasser aufnehmen und über seine Blätter wieder verdunsten, womit er wiederum das Raumklima positiv beeinflusst. 

Lebensraum & Nahrung für Tiere

Ein Baum bietet Tieren mit seinen Blättern, Blüten, Früchten und Samen Nahrung. Baumhöhlen, Risse im Stamm und seine Krone bieten vielen Tieren und Kleinstlebewesen ungestörten Lebensraum, Ruhestätte, Brutplatz und Schutz. Je älter der Baum, desto größer ist das Artenspektrum auf und an ihm.

Therapeut

Die positive Wirkung von Bäumen auf Psyche und Gesundheit ist schon lange bekannt. Schon allein ihr Anblick wirkt messbar positiv, die Farbe Grün ausgleichend und beruhigend. Verbringt man täglich 20 bis 30 Minuten sitzend oder gehend im Grünen, reduziert sich Stress deutlich (Universität Michigan). Das Risiko für Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Schwäche, Bluthochdruck oder Diabetes steigt umso mehr an, desto weniger Bäume in einer Wohngegend stehen – 11 zusätzliche Bäume verjüngen die Gefäße der Anwohner um 1,4 Jahre (Universität Chicago, Marc Berman).

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